Vhs-Vortrag im BBF: „… dass Menschen mit Behinderung so genommen werden, wie sie sind“

BAD WALDSEE – Ein Ziel des neuen  Bildungs-, Begegnungs- und Förderzentrum (BBF) in Bad Waldsee ist es, Menschen mit Behinderung neue Bildungsangebote zu ermöglichen. Vor diesem Hintergrund bieten die beiden Träger, die Integrations-Werkstätten Oberschwaben (IWO) und die Liebenau Teilhabe (vormals St. Gallus-Hilfe), inklusive Vhs-Kurse an. Zuletzt referierten Ilena Neumann (Fachbereichsleitung Bildung und Arbeitsförderung/IWO) und Elke Lang (Pädagogische Leitung/IWO) zum Thema „Inklusion in Arbeit und Bildung“.

Die Referentinnen erläuterten den Teilnehmern Begrifflichkeiten wie Inklusion und Teilhabe und deren gesetzliche Grundlagen. Das Sozialgesetzbuch habe im Paragrafen 136 festgeschrieben, dass „die Werkstatt für behinderte Menschen (WfbM) eine Einrichtung zur Teilhabe behinderter Menschen am Arbeitsleben und zur Eingliederung in das Arbeitsleben“ sei. Die WfbM habe „angemessene berufliche Bildung und eine Beschäftigung anzubieten und zu ermöglichen, ihre Leistungs- oder Erwerbsfähigkeit zu erhalten, zu entwickeln, zu erhöhen oder wiederzugewinnen und dabei ihre Persönlichkeit weiterzuentwickeln“.

Indes hat die UN-Behindertenkonvention in den Paragrafen 24 und 27 „das Recht von Menschen mit Behinderungen auf Bildung“ sowie „das gleiche Recht von Menschen mit Behinderungen auf Arbeit“ verankert.

Wie sich all dies in der Praxis gestaltet und umsetzen lässt, darüber berichteten drei Menschen mit Behinderung: Roland Bohner, der an einem IWO-Außenarbeitsplatz bei der Firma Hymer beschäftigt ist; Daniel Häusler, der im CAP- Markt in Weingarten arbeitet und Gabriele Hößler, die einfache Produktionstätigkeiten im Förder- und Betreuungsbereich ausübt.

Wunsch: Gleichberechtigte Teilhabe

Roland Bohner sagte, er habe, seit er an dem Außenarbeitsplatz beschäftigt ist, vieles dazugelernt und möchte weiterhin bei der Firma Hymer arbeiten: „Dort fühle ich mich sehr wohl.“ Daniel Häusler berichtete, dass er im Berufsbildungsbereich verschiedene Qualifizierungsangebote in der Fachrichtung Einzelhandel erhalten habe und somit gute Voraussetzungen für die Arbeit im CAP-Markt mitbringe. Zukünftig will er gerne auf dem freien Arbeitsmarkt im Einzelhandel arbeiten. Für Gabriele Hößler ist die Teilhabe an Arbeit wichtig – besonders in einer Arbeitsgruppe. Sie möchte in ein paar Jahren ganz im Arbeitsbereich tätig sein und auch einen Lohn bekommen.

Alle drei Beschäftigten wünschen sich eine gleichberechtigte Teilhabe von Menschen mit Behinderung in der Gesellschaft – und: „dass Menschen mit Behinderung so genommen werden, wie sie sind“ (Gabriele Hößler).

Eine in den Vortrag integrierte Hausbesichtigung, bei der die Angebote des BBF vorgestellt und Möglichkeiten von Arbeit und Bildung vor Ort aufgezeigt wurden, rundete einen gelungenen Vortragsabend ab.
 
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