Asylbewerber arbeitet im Bundesfreiwilligendienst bei den Integrations-Werkstätten Oberschwaben (IWO)

„Die Arbeit macht mir großen Spaß“

WEINGARTEN/RAVENSBURG – Im Rahmen eines Sonderprogramms hat die Bundesregierung bis zu 10.000 neue Plätze für den „Bundesfreiwilligendienst (BFD) mit Flüchtlingsbezug“ zur Verfügung gestellt. Will heißen: Freiwillige können sich bei gemeinnützigen Institutionen und Organisationen in der Betreuung und Begleitung von Flüchtlingen engagieren; aber auch für Asylbewerber oder geflüchtete Menschen selbst stehen diese Plätze zur Verfügung. So wie für Hossain Mohammad Jabarzadah, der seit 1. März in den Integrations-Werkstätten Oberschwaben (IWO) in Weingarten arbeitet.

Und wenn der gebürtige Afghane den Werkstattraum betritt, dann geht die Sonne auf. Stets mit einem Lächeln im Gesicht, unterstützt er die Frauen und Männer bei ihren Verpackungsarbeiten. „Die Arbeit macht mir großen Spaß“, sagt der 22-Jährige, der im Alter von zwei Jahren mit seinen Eltern aus Afghanistan in den Iran geflohen ist. Der Iran bietet seit Jahren Unterschlupf für knapp vier Millionen Flüchtlinge aus dem Nachbarstaat Afghanistan. Viele Afghanen leben bereits in dritter Flüchtlingsgeneration im Iran – und meist als Bürger zweiter Klasse. Die Flüchtlingsbewegungen nach Deutschland im vergangenen Sommer haben Hossain Mohammad Jabarzadah Hoffnung auf eine bessere Zukunft gemacht. Über die Route Türkei, Griechenland, Mazedonien, Serbien, Ungarn und Österreich landete er schließlich in Deutschland. Seit sieben Monaten leben er und sein Bruder Asef (20) nun in einer Gemeinschaftsunterkunft in Ravensburg. „Ich liebe die Menschen hier“, sagt Hossain, der begleitend zum „Bufdi“-Dienst einen Sprachkurs besucht.

 

„Wichtiger Baustein für die Integration“

„Herr Jabarzadah blüht hier richtig auf“, sagt Elke Lang, bei der IWO zuständige Ansprechpartnerin in Sachen BFD, FSJ und Praktika. „Sein Engagement im Bundesfreiwilligendienst ist ein wichtiger Baustein für die Integration.“ Zum einen könne er sich sinnvoll betätigen, zum anderen gleichzeitig die Deutschkenntnisse vertiefen und anwenden. „Und nicht zuletzt verdient Hossain etwas eigenes Geld und ist krankenversichert“, weiß Lang.

 

Win-win-Geschichte

Bei entsprechender Eignung eröffne sich für Hossain Mohammad Jabarzadah zudem eine berufliche Perspektive wie eine Ausbildung in der Behindertenhilfe oder sogar die Aufnahme eines Studiums. Sein Bundesfreiwilligendienst endet spätestens nach 18 Monaten. „Danach will ich weiter Deutsch lernen und vielleicht später wieder bei der IWO arbeiten“, sagt Hossain und strahlt. Sein Asylantrag ist noch nicht anerkannt – er selbst freilich sehr wohl. Denn die Mitarbeiterinnen mit Behinderung haben ihn längst ins Herz geschlossen. So ist der „Bundesfreiwilligendienst mit Flüchtlingsbezug“ – wenn es gut läuft – eine klassische Win-win-Geschichte.

 

INFO: Kontakt und nähere Informationen über BFD mit Flüchtlingsbezug:  Elke Lang, Integrations-Werkstätten Oberschwaben (IWO), Weingarten

Fon: 0751 76907-70

Mail: e.lang@iwo-ggmbh.de

Internet: www.iwo-ggmbh.de

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