Garten- und Landschaftspflege durch die Integrations-Werkstätten Oberschwaben (IWO)
WEINGARTEN/WOLPERTSWENDE – Mähen, Hecken und Büsche schneiden, Unkraut jäten – in einer Kommune im Grünen wachsen solche Arbeiten wie das Grün selbst. Arbeiten, die in der Gemeinde Wolpertswende seit rund zehn Jahren zum großen Teil von Menschen mit Behinderung erledigt werden. Die mit den Oberschwäbischen Werkstätten (OWB) begonnene Kooperation wurde 2005 mit den Integrations-Werkstätten Oberschwaben (IWO) fortgeführt. Die OWB sind neben der Stiftung KBZO Gesellschafter der vor sieben Jahren gegründeten IWO.
Das Aufgabenspektrum eines Bauhofs wie in der Gemeinde Wolpertswende ist vielfältig. Vier, fünf Mann gelangen da bei einem immer größer werdenden Aufgabenbereich schnell an die Grenze des Machbaren. „Vor diesem Hintergrund wurde überlegt, wie man bestimmte Arbeiten auslagern kann“, blickt Bürgermeister Daniel Steiner zurück. Ganz bewusst hätte sich seinerzeit die Gemeindeverwaltung dafür entschieden, Arbeiten der Garten- und Landschaftspflege „nicht ausschließlich an einen Privatanbieter zu vergeben“.
Vielmehr war an eine gesellschaftliche Win-win-Situation gedacht: Die öffentliche Hand, die die Betreuung, Begleitung und Qualifizierung der Menschen mit Behinderung mitfinanziert, unterstützt bei der Auftragsvergabe gleichzeitig das System – ein Kreislauf der Mittel.
Und ein Modell mit Erfolg. Neun Menschen mit Behinderung arbeiten derzeit mit zwei arbeitspädagogischen Gruppenleitern einen Großteil der grünen Aufträge in der Gemeinde Wolpertswende ab. „Dabei geht es um die Heranführung von Menschen mit Behinderung an den allgemeinen Arbeitsmarkt“, erklärt IWO-Geschäftsführer Dirk Weltzin. Es geht aber auch um Qualität, Leistung und den Preis. „Da stellen wir unsere Ansprüche wie an jedes andere Privatunternehmen“, lässt Steiner durchblicken. Und: Der Auftrag ist kein Selbstläufer, die Gemeinde entscheidet Jahr für Jahr neu.
„Das sind für uns wichtige Kriterien, denn wir können Menschen mit Behinderung nur entsprechend trainieren, wenn wir reale Bedingungen vorfinden und Betätigungen in einem echten Arbeitsumfeld anbieten können“, betont Weltzin. Durch diese Dienstleistungen die Teilhabe am Arbeitsleben in den Gemeinden vor Ort zu realisieren, sei gleichwohl auch ein Stück gelebte Inklusion.
Dienstleistungen sind auch die Stärke der IWO: der CAP-Markt in der Innenstadt von Weingarten, der EDV-Handel im Argonnenpark oder eben die Garten- und Landschaftstrupps in Ravensburg, Weingarten, Bad Waldsee und Wolpertswende. „Das sind unsere Zukunftsfelder, da werden wir auch weiter wachsen“, weiß der neue IWO-Bereichsleiter für Produktion und Dienstleistung, Matthias Rueß.
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Freuen sich über eine lange und gewachsene Zusammenarbeit: IWO-Bereichsleiter Matthias Rueß, Bürgermeister Daniel Steiner, IWO-Geschäftsführer Dirk Weltzin und die „grüne Truppe“ der IWO (von links). Foto: wortschatz
